Review: Tethered für PlayStation VR im Test

Gott zu sein ist ein Fulltime-Job
Daniel Pölzl

Daniel, Chefredakteur

04. November 2016

Mit „Tethered“ ist für PlayStation VR nun ein erstes Strategie-Spiel erschienen. Du übernimmst darin die Kontrolle über ein Dorf und deren Bewohner und musst sie vor so manchen Gefahren beschützen. Trotz der putzigen Grafik und simplen Spielmechanik gehört „Tethered“ schon fast zu einem Must-Have-Spiel für PlayStation VR.

Tethered

Entwickler Secret Sorcery
Veröffentlichung 25. Oktober 2016
Plattform PlayStation VR (exklusiv)
Preis € 29,99

In „Tethered“ hast du die Macht über kleine blaue Kreaturen. Doch aus großer Macht – das wissen wir spätestens seit Spider-Man – folgt auch große Verantwortung. Dein Volk, welches zu Beginn eines jeden Level aus einem einzigen Peep, so heißen die kleinen Monster, besteht, wollen ernährt werden. So ist deine erste Aufgabe im jeweiligen Level, das als große schwebende Insel dargestellt wird, Nahrung zu finden.

Hast du etwas Essbares gefunden, siehst du einfach deinen Peep an, drückst dabei die X-Taste und blickst danach zur Frucht oder zu dem Feld, welches abgeerntet werden soll. Schon macht sich dein Peep daran die Nahrung einzusammeln und ins Vorratslager zu bringen. Das macht er übrigens solange, bis du ihm eine andere Aufgabe zuteilst.

Doch ein Peep alleine macht noch kein Volk aus. Dafür ist dir der Himmel allerdings gnädig und schickt in unregelmäßigen Abständen Eier die auf deine Insel herabschweben und die du dann mit deinem ersten Peep ausbrüten kannst. Daraus schlüpft dann nach kurzer Zeit ein weiterer Peep und so vergrößert sich Schritt für Schritt dein Volk.

Da dein Vorratslager nun von einem Peep mit Nahrung aufgefüllt wird, kannst du dich anschließend darum kümmern andere Rohstoffe einzusammeln. Auf der jeweiligen Insel sind verschiedene Ressourcen (Holz, Steine, Kristalle) verteilt, die abgebaut werden können und zur Errichtung von Gebäuden und Ausrüstung benötigt werden – dazu aber später mehr.

Du solltest wirklich immer deinen Nahrungsvorrat im Auge behalten, geht dieser nämlich zur Neige, werden deine Peeps nicht nur hungrig sondern zudem auch unglücklich. Also genau wie ich, wenn ich einige Zeit nichts esse. Wer allerdings in „Tethered“ hungrig und unglücklich ist, der, nun, hüpft dann von der Insel in den Abgrund und damit in den sicheren Tod. Aber sogar dies ist dank PlayStation VR dann doch irgendwie niedlich anzusehen. So traurig es klingen mag.

Wie in der wirklichen Welt sind auch im Spiel alle Ressourcen endlich. Hast du einen ganzen Wald platt gemacht, war’s das mit dem Holz. Hier kommt nun eine zweite, interessante Spielmechanik zum Einsatz: das Wetter.

Gelegentlich siehst du am Himmel über dir entweder eine große Regenwolke, einen kleinen Wirbelsturm, eine Gewitterwolke oder aber auch eine kleine Sonne. Wie deine Peeps kannst du auch das Wetter kontrollieren. Dazu genügt es zum Beispiel die Sonne über deiner Insel anzusehen, die X-Taste zu drücken und anschließend auf ein Feld zu sehen und wieder die X-Taste zu drücken. Schon strahlt die Sonne mit voller Kraft auf das Feld und lässt weitere Nahrung wachsen. Mit der Regenwolke kannst du dann zum Beispiel auch deine Wälder mit Wasser versorgen und so das Nachwachsen des Holzes beschleunigen. Manche Orte einer Insel können nicht von deinen Peeps erreicht werden, hier kann dir auch wieder das Wetter helfen. Einen Fluss kannst du zum Beispiel mit dem richtigen Wetter einfrieren und dann ohne Probleme überqueren.

Auch hast du die Möglichkeit zwei Wetterarten miteinander zu kombinieren. Aus Sonnenschein und einer Regenwolke wird ein Regenbogen. Diesen kannst du anschließend einsetzen um Steine oder Kristalle nachwachsen zu lassen.

Das Baumenü von Tethered für PlayStation VR

Das Baumenü von Tethered für PlayStation VR

Sind deine Ressourcen gut gefüllt geht es ans Bauen. Benötigst du mehr oder schneller Nahrung, da deine Bevölkerung stark gewachsen ist, kannst du einem Peep den Befehl geben auf einem Feld eine Mühle zu errichten um die Nahrungsproduktion zu steigern. Oder dir geht der Abbau der Steine zu langsam von statten, dann kannst du dort gleich einen Steinbruch bauen lassen. Es gibt verschiedene Gebäudearten, die du im Laufe des Spiels freischalten kannst.

Auf der Insel sind Artefakte verstreut, die dein Peep finden kann. Sobald er ein Artefakt entdeckt hat, wird dann damit zum Beispiel die Baupläne für ein Rathaus freigeschalten.
Hast du die Möglichkeit das Rathaus zu bauen, solltest du keine Zeit verlieren und auch gleich damit beginnen.

Mit Hilfe des Rathauses kannst du deinen Peeps eine Ausbildung zukommen lassen.
Dein Volk soll ja nicht dumm dastehen, oder? So gehören zu einem Steinbruch auch Steinmetze, damit du das volle Abbau-Potenzial ausschöpfen kannst.

Um die Nahrung sollte sich im optimalen Falle ein ausgebildeter Bauer kümmern und für die Verteidigung sollten in der Kaserne Krieger stationiert sein.

Verteidigung? Ja, richtig gehört. Denn „Tethered“ bietet neben den putzig animierten Peeps und dem Wetter auch einen Tag- u. Nachtzyklus. Das einzige Problem dabei ist, dass in der Nacht, wie so oft, der richtige Ärger erst losgeht. So befallen kleine, kriechende Kreaturen deine Insel, die wie überdimensionierte Nacktschnecken aussehen. Jetzt heißt es schnell sein!

Du kannst jedem Peep den Befehl geben diese unansehnlichen Schleimer zu bekämpfen. Auch hier genügt es wieder einfach einen Peep anzusehen, die X-Taste zu drücken und schon werden die unliebsamen Zeitgenossen bekämpft. Optimal ist es natürlich, wenn du zuerst deine Krieger losschickst, die sie effizienter bekämpfen können.
Mit der Zeit werden diese Schnecken übrigens auch stärker, also schadet es nicht die Kriegsbasis aufzurüsten und sie mit einer Kanone auszustatten, damit du dann für die nächste Nacht bessere Überlebenschancen hast.
Drohst du von diesen Kreaturen überlaufen zu werden, kannst du zusätzlich auch noch das Wetter zu Hilfe nehmen. Kombinierst du eine Regenwolke mit einem Wirbelsturm entsteht daraus ein Blitz. Genau mit diesem Blitz kannst du dann Schnecken wegzappen.

Teil einer jeden Insel ist auch ein Altar, der sogenannte „spirituelle Energie“ sammelt. Für das Töten einer dieser Schnecken, die Errichtung eines Gebäudes oder für die Ausbildung eines Peeps wird diese spirituelle Energie in Form von blau leuchtenden Partikeln freigesetzt, die du mit einem Tastendruck aufsaugen musst. Diese wird im Altar gespeichert und versorgt deine Insel mit Leben und lässt Pflanzen erstrahlen. Sobald du eine gewisse Menge dieser Energie gesammelt hast (und dich lange genug erfolgreich gegen die Nacktschecken verteidigen konntest) ist das Level bestanden. Am Ende erwartet dich dann eine Beurteilung, wie gut du dich geschlagen hast, und auch eine Rangliste. Ein Level bzw. Runde kann dabei gut und gerne eine halbe Stunde oder länger dauern. Dies kann je nach persönlichem Spielstil entsprechend variieren. Insgesamt stehen dir 13 verschiedene Level zur Verfügung.

Fazit

Zwar ist Aufmachung und Grafik von „Tethered“ niedlich und teilweise wirklich schlicht, doch genau damit vermag es das Spiel dich in seinen Bann zu ziehen. Auch das Gameplay ist simpel und im Fall von „Tethered“ ist dies sogar ein großer Pluspunkt. Für jede Interkation, sei es mit einem Gegenstand oder mit einem Peep, ist direkter Blickkontakt nötig, so fühlst du dich dadurch noch enger ins Spielgesehen eingebunden. Zwar kann es mit der wachsenden Bevölkerung und den zu erledigenden Aufgaben manchmal etwas stressig zugehen, doch dank der Möglichkeit schnell die Blickwinkel zu wechseln, die du jedoch nicht selbst festlegen kannst, behältst du in den meisten Fällen die Übersicht.

Auch der Spielumfang lässt kaum Wünsche offen. Bis man alle Level abgeschlossen hat vergehen unzählige Stunden. Willst du einen neuen Highscore aufstellen, am Ende eines Levels eine bessere Bewertung erhalten, oder dir doch noch diese eine Trophäe verdienen, vergehen nochmal schnell einige Stunden.

„Tethered“ wird im PlayStation Store derzeit für knapp 30 Euro angeboten, PlayStation Plus-Mitglieder erhalten beim Kauf einen zusätzlichen Rabatt. Für diesen Preis, den Spielumfang und die wirklich für VR gut umgesetzten Spielmechaniken kann „Tethered“ vorbehaltlos weiterempfohlen werden und sollte zu jeder VR-Spielesammlung gehören.

„Tethered“ wurde uns von Secret Sorcery zum Test zur Verfügung gestellt.

TEILEN

twitter pinterest facebook